Ploetzblog.de — von einem, der auszog das Brotmacherhandwerk zu erklären. Und das — „Fast perfekt!“ — meint khs

Das muss jetzt mal geschrieben werden. Liegt mir auf dem Herzen. Wollte ich schon vor Jahren machen. Heute ist der Tag — äh, die Nacht.

Für die meisten Leute ist Brot nur eine Sättigungsbeilage. Und eventuell noch eine praktische Möglichkeit, die Soße vom Teller zu kratzen. Für andere, eine immer größer werdende Anzahl aber, ist Brot mehr. Viel mehr. Einer davon ist Plötz. Im richtigen Leben Lutz Geißler:
 

„Ich bin von Haus aus Geologe und arbeite im erzgebirgischen Untertagebergbau. 2009 habe ich das Hobby Brotbacken für mich entdeckt.“

 

Schreibt er über sich. Also mal kein Frisör, sondern Bergarbeiter. Seit Jahren bewundere ich diesen Brot-Typ aus dem schroffen Erzgebirge. Für seinen Tatendrang, seinen gigantischen Blog (Plötzblog) und seine pausenlose Suche nach Mitmenschen, die wie er sympathische Brotfanatiker sind.

Um mit ihnen dann zu Hause und/oder in der Küche/Backstube gemeinsam im Brot-Teig zu versinken, diesen zu bändigen und dabei die persönlichen Vorlieben, Erfahrungen und Wünsche auszutauschen. Und wer-weiß-was-noch.
 

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© Oktober 2013 • Foto frisch aus unserer real existierenden i-shop@Back-Werkstatt: „Das Brotbackbuch — Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot“ von Lutz Geißler

 

Mich beeindruckt sehr, wie er sich in der privaten und professionellen Brotwelt gleichermaßen herumtreibt. Das ist sicher nur für jemanden möglich, der seine Brötchen nicht mit Brotbacken verdienen muss. Das wäre hart-ums-Überleben-kämpfen. Da ist keine Zeit für solche Kinkerlitzchen, wie Herumreisen und Quatschen. Und genau dieser Erfahrungsaustausch fehlt dann später den Profibäckern. Und das kann man dann auch schmecken.

Er dagegen, der Lutz, kann da etwas großzügiger sein. Kann in seiner Freizeit, mangels eigenem Geschäft, machen was er will. Und genau das tut er wohl auch, so wie es aussieht. Er hat Freude daran, sein erworbenes Wissen zu teilen, zu vermehren und seine Brotfreundschaften sowie den eigenen Sauerteig gleichermaßen zu pflegen. Da gibt es offenbar auch keine Hemmungen und/oder Berührungsängste. Und deshalb kommt wohl auch sein erstes echtes Papierbuch, bei den ebenfalls echten Bäckerlehrlingen, derzeit so sympathisch an.

Das Brotmacherhandwerk wird detailreich erklärt

Lutz Geißler ist ein Buchautor der besonderen Art. Das Buch „Das Brotbackbuch — Grundlagen & Rezepte für ursprüngliches Brot“ ist ein muss-ich-haben-Buch für alle, die der deutschen Sprache mächtig sind und sich auch nur ansatzweise fürs Brotbacken interessieren. Rezepturen, Bilder und Texte sind vom Autor hausgemacht. Keine hinzugekauften Fremdbilder. Keine geklauten Textblöcke. Alles — made by Plötz. So muss das sein.

Und dabei wollte er das alles anfangs gar nicht, der Plötz. Er wollte nur seine private Brot-gesamt-Situation verbessern. Was jetzt daraus wurde, schaut man sich am besten direkt auf seiner Blog-Website an. Und dem Buch ist eine eigene Extra-Website zugeschaltet. Darin findet man die aktuellen „Verbesserungen“, denn Papier ist nun mal kein Internet.

In beiden bin ich öfters unterwegs. Bisher anonym. Denn ich bin einer, der keinen Bäckerladen hat. Dafür aber einen kleinen Frisörladen. Und das mit der Zeit ist so ähnlich wie mit dem echten Bäcker, nur ohne Nachtschicht. Bäcker — nicht diese komischen Aufbackstationen, die dubiosen Magenauffüllstützpunkte oder gruseligen Weizenteiglingausgabestellen. Deren Herkunft und Inhalt mindestens verdächtig bis unbekannt sind. Mahlzeit.
 

 

brotistmehr
 

 

Ich kann damit — gemeint ist hier mein Brot- und Butter-Job als Haardienstleister — immer nur kleine Brötchen verdienen. Bin mit meiner Gesamtsituation sehr zufrieden. Treibe mich — außerhalb der Geschäftsöffungszeiten — täglich in meiner hauseigenen i-shop@Back-Werkstatt herum. Esse seit Jahren nur und ausschließlich mein eigenes Brot. Würde aber niemals auf die Idee kommen, nach Geschäftsschluss noch Haare zu schneiden.
 

„Geißler macht auf Brot, wo immer + so oft und so gut es nur geht. Das ist unglaublich ungewöhnlich und doch real. Was ist sein Geheimnis? Ich schätze mal, tägliches Doping mit Eigenbrot.“

 

Und, obwohl ich noch nie etwas von ihm nachgebacken habe — ich will nicht kneten — so bin ich doch sehr stark plötzblogmäßig beeinflusst. Ich kann hier wiederholend nur raten, seinen Blog zu besuchen. Sein Buch zu kaufen, auch. Denn das ist es, worauf so viele so lange gewartet haben. Ein Brotbackbuch in deutscher Sprache, welches so viele bis dahin erschienene (ich habe die fast alle in meiner Bibliothek) blasser aussehen lässt. Und passender Weise heißt es zu Recht:

Das BROT-BACK-BUCH

Bald kommt sie, meine persönliche kritische Anmerkung. Bitte etwas Geduld. Vorher noch das hier: Es ist 4:30 Uhr am Montag, 14. Oktober 2013. Mein jugendlicher Nachbar kommt wohl gerade aus seiner Lieblings-Bar? Klatscht die Wohnungstür laut zu. Trampelt barfüßig auf dem Betonfußboden herum, schlägt ungeniert den Klodeckel gegen die Wand — ich bin nun schon hellwach — und das schnell folgende Plitsch-Platsch-Strull gibt mir den Rest. Nun schläft er wohl. Ruhe. — Sonst stößt er noch ungefähr 30 Minuten lang animalisch-rauschartig mit dem Kopf gegen die Wand. Heute mal nicht. Tagsüber ist er ganz nett. Grüßt sogar im Fahrstuhl.

Was macht man in einer Situation wie dieser? Richtig, den Sachverhalt schnell aufschreiben. Gedacht getan.

Vielleicht ist das auch genau der richtige Zeitpunkt, diesen lange in meinem Kopf gärenden Artikel fertig zu schreiben, aus dem Kopf zu bekommen. In wenigen Stunden geht die Sonne auf. Dieser Tatsachenbericht wäre dann womöglich nur ein Traum und dann vergessen.

Lieber Plötz, ich bin ein Freund deiner Brotbackbessenheit

Höre damit bloß nicht so schnell auf. Ich liebe die Art & Weise, wie du über diesen langen Zeitraum hinweg deinen persönlichen Brotweg dokumentierst. Tausenden damit Mut machst, ihr eigenes Brotschicksal jetzt endlich auch einmal in die eigene Hand zu nehmen und sofort mit dem Brot-selber-backen anzufangen.
 

„Mögen deine Seminare den Friedrichstadtpalast füllen. Oder, doch besser nicht? Jedenfalls ist schon heute dein Brotgesamtwerk preisverdächtig.“

 

Einen solchen Preis solltest du am Wochenende (19. Oktober 2013 in Wien) auch bekommen. Ich drücke dir die Daumen, für deine Einreichung beim großen AMA FOOD BLOG AWARD 2013. Auf der Shortlist bist du ja nun schon. — Gratulation!

Brot ist wichtig. Und sollte die kompetente Jury darin nicht nur eine Sättigungsbeilage sehen oder nur die praktische Möglichkeit Soße vom Teller zu kratzen, dann bist du der Gewinner dieses Preises in deiner Kategorie.
 

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© August 2013 • AMA FOOD BLOG AWARD 2013: Offizielles Logo

FOOD BLOG AWARD 2013 #
 

Mein nun folgender Tipp ist genau wie dieser Blog-Beitrag. Aber noch ein bisschen persönlicher. Ich hoffe nur, du hast schon von einer/deiner selbst gemachten Stulle abgebissen, denn jetzt wird es pingelig.

Es geht nun um die Perfektion, welche dir von deinen Blog-Kommentatoren unterstellt wird. Die haben da was übersehen. Auch deine Buchmacherfreunde gaben dir keinen Tipp. Schade. Und, weil eine Selbstheilung seit 2009 auf sich warten lässt, mache ich hier diesen Versuch und sage es dir einfach:
 

„Mache bitte richtige Gänsefüßchen!“

 

Bitte, immer und überall. Da draußen gibt es Leute, die das bemerken. Und vielleicht auf deine Brotrezepturen übertragen. Es sind wirklich nur Tasten zu drücken. Eben nur andere. Ich habe da vor vielen Jahren was dazu geschrieben. Andere tolle Leute auch. Hier kommt die Liste. Schau doch bitte mal drüber.

Gänsefüßchen
→ Siehe auch: Allyoucanstylische Typo-Hilfe-Links

Und — natürlich ist es deine Sache. Deine Website. Dein eigenes Brot. Dein tolles Buch. Und vielleicht steht es mir nicht zu, dich darauf hinzuweisen. Oder du bist für diesen Tipp genau so dankbar, als wäre es ein Brotbacktipp? Ich weiß es nicht. Meine aber, dass alles immer auch zur Gesamterscheinung deiner Marke Plötzblog.de beiträgt. Als Gesamtpaket auftritt.

Deine aktuellen Buch-Besprechungen beispielsweise würden dadurch auch mehr glaubwürdiger/kompetenter rüber kommen, wenn der Kritikübende zeigt, dass er richtig schreiben kann. Dass ihm wichtige Details wie richtige Gänsefüßchen nicht lästig sind. Und vermeidet, dass die Leser seiner zahlreichen Veröffentlichungen mit Zollzeichen (oder schlimmer) optisch drangsaliert werden.

Die genialen Wortmeldungen bei den brotbackbuch.de-Pressestimmen sind ein wahrer Schatz. Unbezahlbar. Warum werden diese so fürchterlich dargestellt? Das verwirrt mich stark. Lenkt sehr von den eigentlichen Nachrichten/Texten ab.

Und für alle, die bis hierher gelesen haben

Ich kenne Lutz Geißler nicht persönlich. Habe ein handsigniertes „Das Brot-Back-Buch“-Exemplar sofort nach dem Erscheinen und direkt von ihm gekauft. Bin davon so beeindruckt, dass ich mitten in der Nacht nicht backe oder schlafe, sondern diesen Beitrag schreibe.
 

„Wer von meiner neuen und brutalst vereinfachten Brot-Back-Methode begeistert ist, sollte es zusätzlich kaufen.“

 

Mit dem Kauf des Buches würdigst du auch gleichzeitig einen bedeutenden, begabten und kommunikationsfreudigen Brotmacher im deutschen Sprachraum.

Fast perfekt! Das ist so okay.

 

Happy Brotkrümel